Das homöopathische Mittel Pulsatilla

Kopie von Homöopathie - schnell - Pulsatilla (Spotify) (Album-Cover)

Beide Fotos zeigen dieselbe Pflanze, in verschiedenen Stadien: einmal in voller Blüte und einmal einige Zeit nach der Blüte. Es ist Pulsatilla, die Küchenschelle. Das homöopathische Mittel Pulsatilla ist das Hauptmittel bei Mittelohrentzündung (Otitis Media). Zu den Symptomen gehören sehr starke Schmerzen, Weinen (beim menschlichen Patienten), Fieber und dicker, gelber Schleim, der aus der Nase läuft.

Ich habe mich letzte Woche – als ich das Video zu Belladonna aufgenommen habe – einmal versprochen und Pulsatilla statt Belladonna gesagt. Ich nehme das zum Anlass, einen Artikel und ein Video über Pulsatilla zu machen.

Der Pulsatilla-Patient möchte getröstet werden und körperliche Nähe erfahren; sehr kleine Patienten (Babys oder Welpen) sind in der Regel nur zufrieden, wenn sie herumgetragen werden. Andererseits können sie auch sehr ungeduldig sein, irrational und mürrisch reagieren.

Das homöopathische Mittel Pulsatilla ist bekannt durch Wechselhaftigkeit der Gefühle, Stimmungen, Emotionen und Bedürfnisse – dies ist das große Leitsymptom des Mittels. Meines Erachtens nach zeigt das die Pflanze schon durch ihr Äußeres: Zuerst ist sie während der Blüte zart, weich und wirkt fast anschmiegsam, dann sieht die Pflanze stachelig und abwehrend aus. Das sieht allerdings nur so aus, trotz des stacheligen Aussehens ist sie sehr weich, das Weiche und doch Widersprüchliche machen das Mittel aus.

Der Küchenschelle ist eine große Resilienz zu eigen – sie blüht bereits zu Beginn des Frühlings und so ist sie häufig starken Wetterwechseln ausgesetzt. Von kalten Güssen über Schneeschauer und warmen milden Sonnenschein – sie macht das alles mit. Die zarten Blütenblätter sind nicht so verletzlich, wie sie aussehen – Pulsatilla biegt sich im Wind  mit dem Gewicht des Regens oder dem Schnee und richtet sich dann wieder auf. Diese Essenz des Pflanze gilt auch für die Wirkkraft des homöopathischen Mittels – die Gegensätzlichkeit ist ihr Schlüsselsymptom. Dazu passt beispielsweise das Symptom: Verlangen nach offenem Fenster in kalter Winterluft, aber nur wenn die dicke Daunendecke bis zur Nasenspitze hochgezogen ist. Der Pulsatilla-Typ ist auf der einen Seite unter Umständen weich und nachgiebig bis anschmiegsam, außerdem wirkt er häufig traurig. Auf der anderen Seite können Pulsatilla-Typen auch sehr zickig, launisch und auch recht ruppig sein. Und vor allem sind sie sehr resilient.

Pulsatilla ist großes Polycrest für den weiblichen Organismus.

Im Tierreich verträgt ein Hund mit Pulsatilla-Konstitution keine Fette, genausowenig wie der Mensch. Meine Hündin ist ein wunderbares Beispiel dafür – sie reagiert sehr sensibel auf Fette. Auf Kokosflocken im Futter für einen natürlichen Schutz gegen Zecken, reagierte sie bereits am dritten Tag mit heftigem, flüssigem Durchfall und sehr lauten, gluckernden Darmgeräuschen. Beides beruhigte sich sofort, nachdem ich die Kokosflocken, die sehr fetthaltig sind, wieder weggelassen habe.

Bekannt ist für den Pulsatilla-Konstitutionstyp bei Hunden, dass sie nachts Probleme mit Magen haben können (dazu gehört Aufstoßen und Schmatzen) und das sie  stark aus dem Maul riechen können. Pulsatilla ist liebenswert (Grausamkeit ist ihr vollkommen fremd) und sie ist nicht sehr mutig. Dabei sind sie schüchtern und anhänglich, wenn sie krank sind und am liebsten wollen sie auf den Schoß ihres Menschen. Wenn sie gesund sind, sind sie freundlich und zurückhaltend. Trost verbessert, sie wollen und müssen umhegt und umsorgt werden, da sie sich schnell zurückgesetzt fühlen.

Wie oben bereits erwähnt, ist Pulsatilla ein wichtiges Mittel bei akuter Mittelohrentzündung (Otitis media). Die menschlichen Patienten sind liebenswürdig und sanftmütig, weinen schnell und lassen sich gerne trösten. Die Empfindlichkeit und Weinerlichkeit sind wichtige Symptome zur Differenzierung von Pulsatilla. Zur Abgrenzung erinnere ich an Chamomilla: auch diese Patienten sind sehr unzufrieden und möchten getragen werden, im Vergleich zu Pulsatilla sind sie aber deutlich weniger freundlich und sanft.

Die Ohrenschmerzen eines Pulsatilla-indizierten Geschehens kommen schnell und plötzlich und verschwinden nur langsam. Der Ausfluss aus den Körperöffnungen der oberen Atemwege ist dick, gelb und reizt die Haut nicht.

Zur Differenzierung ist es wichtig daran zu denken, dass der Patient schnell Magenbeschwerden bekommt, wenn er fettiges und eiweißreiches Essen zu sich genommen hat. Außerdem ist ein wichtiges Leitsymptom die Verbesserung alle Symptome an der frischen Luft und eine entsprechende Verschlechterung durch Hitze. Bei einer schnellen Veränderungen der Situation sollte man immer an Pulsatilla denken, sowohl auf der körperlichen als auch auf der geistigen Ebene, beispielsweise gibt es eine Tendenz des Patienten zu Durchfall respektive veränderlichem Stuhl in einem Stuhlgang. Die Patienten neigen generell zur Blutarmut, zu Läufigkeitsbeschwerden und zu Blasenentzündung.

In der Trächtigkeit werden die Hündinnen oft von Problemen um den After gequält und Trächtigkeitsserbrechen findet vorzugsweise abends statt.

Für die gebärende Hündin ist es neben Caulophyllum ein wichtiges Mittel, um eine ins Stocken geratene Geburt wieder in Schwung zu bringen – empfehlenswert ist dann die einmalige Gabe der Potenz C200.

In Züchterkreisen und im Internet kursieren immer wieder die Anweisung, Pulsatilla in niedrigen C oder D-Potenz während der gesamten Trächtigkeit zu geben, um auf die Geburt vorzubereiten. Ich rate dringend von der prophylaktischen Gabe eines homöopathischen Mittels ab:  die wiederholte Gabe eines homöopathischen Mittels  schadet meines Erachtens mehr als sie nützt, wenn die Situation (noch) nicht eingetreten ist.

Die Hündin wird dann vermutlich Prüfsymptome bekommen und genau die Probleme werden auftreten, die eigentlich durch die Gabe des Mittels vermieden werden sollten.

Kurz vor der Geburt allerdings unterstützt eine Gabe des homöopathischen Mittels Pulsatilla durch seine hormonelle Wirkung   die Erweiterung der Geburtswege und ist damit förderlich für den Beginn der Geburt. Die Hündinnen werfen leichter und in kürzerer Zeit, in der Literatur finden sich auch Belege, dass Gebärmutterentzündungen nach der Gabe von Pulsatilla seltener auftreten.

Nach der Geburt fördert Pulsatilla die Heilung der Wunden, die die Ablösung der Plazentas in der Gebärmutter hinterlassen haben und auch die Rückbildung derselben. Jeder Welpe hat seinen eigenen Mutterkuchen (Plazenta), deshalb sind es immer mehrere Wunden. Des Weiteren fördert es die Milchbildung, besonders bei jungen Hündinnen, die zum ersten Mal werfen. Bitte für die Auswahl dieses Mittels kurz darüber nachdenken, ob Pulsatilla auch zum gesamten Erscheinungs- und Charakterbild der Hündin passt.

Wenn der Milchfluss reduziert werden soll bzw. man ihn ganz zum Erliegen bringen möchte, sind Phytolacca oder Urtica urens  angezeigt – bitte auch die Welpen nicht mehr saugen lassen.

Wunderbar hilfreich ist die Gabe von Pulsatilla bei scheinträchtigen Hündinnen. Sie verändern ihr Wesen, wenn sie scheinträchtig sind. Die Entscheidung, welches Mittel nun benötigt wird, fällt definitiv im Zusammenhang mit dem Milcheinschuss – Pulsatilla ist angezeigt, wenn ein Milcheinschuss festzustellen ist und die Hündin ängstlich und zurückgezogen ist, nicht mehr richtig frisst, dabei geräuschempfindlich ist und ihre Stofftiere versteckt und bewacht. Das zweite Mittel, mit man gegenchecken sollte, ist Ignatia. Ignatia hat in der Scheinträchtigkeit keinen Milcheinschuss und ist traurig. Das Gesäuge sollte für die Gabe von Pulsatilla nicht verhärtet oder gestaut sein.

Der Pulsatilla-Typ des Hundes fällt durch ein bescheidenes, anschmiegsames Temperament auf; sie sind sehr ergeben und auch sehr defensiv (legen sich schnell auf dem Rücken) und sie sind nicht gerne allein. Sie möchten bevorzugt behandelt und dauernd gestreichelt werden

Zur Wiederholung hier noch einmal die Modalitäten für Verbesserung und Verschlechterung: Die Beschwerden verbessern sich durch frische Luft, Bewegung und Trost. Sie verschlimmern sich durch Wärme, vor Beginn der Läufigkeit, abends und nach dem Genuss von Fett.

 

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Und wer speziell zur Homöopathie mehr wissen möchte, ohne den Zeitdruck und die nötige Konzentration eines Webinares, kann hier in aller Ruhe schmökern: 

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Ich bin kein Tierarzt und gebe kein Heilversprechen. Körperliche Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten solltest Du immer vor Ort mit dem zuständigen Tierarzt oder Therapeuten besprechen. Auf meiner Homepage informiere ich  zu Tipps und Tricks  in der Alternativen Tierheilkunde aus meinem Praxis-Alltag.

 

 

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