Substitution von gesunden Ölen für Fischallergiker

Bei Hunden und Katzen, die fettarm gefüttert werden, ist der Organismus durch einen Fettmangel häufig nicht mehr fähig, genug Energie zum Verbrauch bereitzustellen – Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind die ersten Folgen, dann kommen Krankheiten. 

Dabei ist Fett lebensnotwendig für viele, viele Stoffwechselprozesse, so besteht beispielsweise 60% der Trockenmasse des Gehirns aus Fett.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auf die Zufuhr der richtigen Energielieferanten zu achten: Ein Hund sollte seine Energie über gesunde Fette und Öle beziehen und nicht über Kohlenhydrate, Zucker etc. Natürlich sollte bei der Menge der Gabe auf das Gewicht des Tieres geachtet werden – Fett ist zwar lebensnotwendig, aber ein Zuviel ist wiederum auch nicht gut.

Ich möchte hier nicht über den Fettstoffwechsel referieren oder über die Entwicklung der Aussagen dazu von den Experten, die sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert haben. 

Mir geht es hier in erster Linie über Alternativen für Hunde, die Fischöle nicht vertragen – so z.B. Lachsöl oder Dorschlebertran. Die fetthaltigen Öle der Kaltwasserfische wie z.B. Lachs enthalten viele gesunde Omega-3 Fettsäuren und die sind in der Fütterung sehr empfehlenswert.

Was aber, wenn diese Fischöle nicht vertragen werden?

Man spricht bei den Fetten von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren; namensgebend sind die Verbindungen zwischen den C-Atomen bei den gesättigten Fettsäuren, ungesättigte Fettsäuren besitzen eine Doppelbindung, sie werden in einfach, doppelt- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren geordnet. Ungesättigte Fettsäuren sind neben den Kaltwasserfischen vor allem in Pflanzenölen enthalten. 

Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie z.B. Olivenöl oder Erdnussöl oxidieren nicht so schnell und sind deshalb empfehlenswerter. Aus diesem Grund werden die sogenannten kaltgepressten Öle empfohlen, weil hier die Oxidation am langsamsten abläuft.

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann man zwei Untergruppen einteilen: Die Omega-3 und die Omega-6 Fettsäuren – beide ähneln sich in ihrer chemischen Struktur. 

Beide kann der Körper nicht selbst herstellen und beide müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Beide wirken sich in der Ernährung positiv auf das Herz-Kreislauf-System und den Fettstoffwechsel aus. Sie sind in Fisch, Nüssen und den meisten pflanzlichen Ölen enthalten. Die mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren wirken sich allerdings besonders günstig auf die Gesundheit aus, denn sie regulieren die Blutfettwerte, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und wirken entzündungshemmend. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren von Omega-6 dagegen begünstigen die Entstehung von (stillen) Entzündungen. 

Wichtig ist daher das richtige Verhältnis der beiden ungesättigten Fettsäuren, liegt es bei 3:1 (Omega-6 zu Omega-3) wird es als entzündungsneutral angesehen.

Nun ist es so, dass mit der Nahrung deutlich mehr Omega-6 Fettsäuren aufgenommen werden, als Omega-3. Dies führt zu stillen Entzündungen im Körper, was wiederum die Entstehung bestimmter Krankheiten begünstigt: Experten führen einen großen Teil der Zivilisationskrankheiten (das ist auch bei Hunden so) auf stille Entzündungen zurück, die durch ein Zuviel an Omega-6 in der Nahrung ausgelöst werden, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, aber auch Asthma, Rheuma und Neurodermitis.

Nun verstecken sich in vielen Pflanzenölen sehr viele Omega-6 Fettsäuren, so z.B. in Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Kürbiskernöl, Traubenkernöl und Weizenkeimöl (dies enthält aber sehr viel Vitamin E). 

Ausnahme für das Vorhandensein von mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Nahrung, sind Linolensäure und alpha-Linolensäure – diese sind sogar lebensnotwendig und müssen dem Körper zugeführt werden. Sie werden im Körper allerdings nicht zur Energiegewinnung benötigt, sondern z.B. zum Aufbau der Zellmembranen.

Was also sind meine Alternativen, wenn die oben genannte Fischöle nicht in Frage kommen:

  1. Da sind einmal die Pflanzenöle, die Omega-3 Fettsäuren enthalten, wie: 
  • Walnussöl,
  • Holunderkernöl,
  • Sanddornkernöl,
  • Wildrosenöl,
  • Granatapfelkernöl und 
  • Johannisbeersamenöl,
  • Olivenöl und Erdnussöl. (Rohkäppchen und der zahnlose Wolf, Jutta Ziegler, S. 47)

Hanföl enthält Omega-3 und Omega-6 im guten Mischungsverhältnis, Leinöl (enthält auch Linolensäure) kann ebenfalls mit beiden aufwarten, so auch Nachtkerzenöl und Hagebuttenöl – sie können ab und an genutzt werden, das gilt auch für Borretschöl und Rapsöl.

Zur Info: Arganöl enthält beispielsweise überhaupt keine Omega-3 Fettsäuren, wird aber immer wieder empfohlen – Sojaöl wurde in den 90er Jahren gentechnisch verändert, damit das Omega-3 zu Omega-6 Verhältnis besser wird, entsprechend ist dieses Öl auch nicht wirklich zu empfehlen.

Leider bleiben Lein- und Walnussöle nur zwei bis drei Wochen haltbar, wenn die Flasche einmal geöffnet wurde.

  • Chiasamen – Besonders die gemahlenen Chiasamen enthalten wertvolle Omega 3-Fettsäuren – zur besseren Verfügbarkeit sollten sie vor der Gabe eingeweicht werden. 
  • Krillöl: es wird aus wirbellosen Krebstierchen gewonnen, die im Eismeer leben; der Organismus kann das Krillöl besser verstoffwechseln als Fisch- oder Pflanzenöle. Bei Fischölen liegen die Omega 3 Fettsäuren als sogenannte Triglyceride vor und müssen erst im Körper zerlegt werden, damit der Organismus sie nutzen kann. Die Krillöle dagegen sind an Phospholipide gebunden und diese kann der Organismus von Säugetieren sehr viel besser aufnehmen und verwerten Zwar enthält Krillöl auch Omega-6 und Omega-9 Fettsäuren, der Anteil der gesünderen Omega-3 Fettsäuren ist aber um 15fach höher als der der Omega-6 Fettsäuren. Außerdem enthält Krillöl noch Astaxanthin, ein sehr starkes Antioxidantium – es ist verantwortlich für die längere Haltbarkeit von Krillöl als der von Fischöl (Ziegler, S. 49).
  • Nüsse liefern dem Körper ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, aber da sollte bei Hunden genau geschaut werden, welche vertragen werden, wie z.B. Eicheln oder Kastanien, die nicht dazu gehören. 

Avocados sind auch reich an Omega-3 Fettsäuren, fallen aber bei Hunden leider weg, weil Hunde diese reichhaltigen Früchte nicht vertragen.

Besonderheit:

Kokosfett: Kokosfett ist bis zu 2 Jahren haltbar, auch ohne Kühlung. Das liegt an seinem hohen Anteil aus gesättigten Fetten (90%). Zwei Drittel davon sind sogenannte MCFAs, middle chain fatty acids. Ihnen ist eine Reihe besonderer Eigenschaften zu eigen, die im Vergleich zu langkettigen, gesättigten Fettsäuren oder auch ungesättigten Pflanzenölen anders verdaut und verwertet werden – für ihre Verdauung werden weder Fett spaltende Enzyme noch Gallenflüssigkeit benötigt (Ziegler, S. 50).

Entsprechend belastet die metabolische Verwertung von Kokosöl weder die Bauchspeicheldrüse noch den Organismus in gleichem Maße wie andere Fette. Gerade bei Problemen mit der Bauchspeicheldrüse oder ähnlichen Fettverwertungsproblemen ist die Gabe von Kokosfett von großem Vorteil, da der Körper versorgt ist und trotzdem die Verdauung nicht belastet, keine Enzyme benötigt etc. 

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die MCFAs über die Leber in Ketonkörper umgewandelt werden – diese gelangen direkt ins Gehirn und liefern Energie für die Nervenzellen – Ketone sind Treibstoff für das Gehirn. Weiterhin schützen diese Ketonkörper die Nervenzellen auch vor Freien Radikalen. Bei der Anwendung empfehlen sich sogenannte virgine oder native Kokosöle, sie sind ungehärtet und enthalten noch das wertvolle Vitamin E, was bei den raffinierten Kokosölen verloren gegangen ist. 

* Öle mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollten nicht erhitzt werden. Dabei gehen nicht nur die wertvollen Inhaltsstoffe verloren, es werden auch freie Radikale freigesetzt, die den Körper schädigen können. Ein solches Öl über eine fertig gegarte heiße Mahlzeit zu gießen ist aber völlig unbedenklich.

**Schwarzkümmelöl enthält keine Omega-3 Fettsäuren – es wird gerne verwendet zur Abwehr von Zecken oder Flöhen und auch zur Minderung von Allergiesymptomen, welches durch das in ihm vorhandene Prostaglandin erreicht wird. Für diese Zwecke reichen ein paar Tropfen ins Futter. 

***Für Katzen gelten andere Bedingungen, insbesondere bei Nachtkerzen- und Schwarzkümmelöl.