Belladonna – Schwarze Tollkirsche

Bei uns in Deutschland habe ich Belladonna noch nie in ‚freier Wildbahn‘ einfach so gesehen – hier in der Bretagne fand ich es beim Hundespaziergang wie Efeu oder Mistel als Parasit auf einer anderen Pflanze wachsend, allerdings im unreifen Zustand.

Homöopathisch ist Belladonna vorwiegend bei akuten, plötzlich beginnenden Krankheiten mit hohem Fieber und starken Schmerzen mit unangenehmer Hitzeentwicklung angezeigt. So zum Beispiel bei grippalen Infekten, Erkältungen, plötzlichen und sehr schmerzhaften Hals- (Angina) und Ohrenentzündungen oder Husten. Die Pupillen sind oft erweitert. Das Leitsymptome sind dabei stark klopfende Schmerzen und hohes Fieber.

Das Gesicht (beim Menschen) ist rot, aber der Patient hat oft eiskalte Hände und/oder Füße. Auch sonst können weitere Entzündungszeichen vorhanden sein, wie die Symptome einer Angina, heftige Ohrenschmerzen, einer Mastitis (Brustdrüsenentzündung beim Stillen bzw. Säugen der Welpen) Fieberdelirium oder auch trockenem Husten. 

Bei einer äußeren Wunde, die sich entzündet hat, sind die Symptome der Rötung und Schwellung meist gut zu erkennen. Wenn es sich aber um eine innerliche Entzündung handelt, muss man andere Symptome beachten. Wie gesagt, hat der Patient oft klopfende, starke Schmerzen und entsprechend klopft auch das Herz stark und der Puls ist beschleunigt. Das Fieber ist hoch (ca. 40°- 41° Grad, Hundetemperatur), die Hunde möchten sich dabei nicht bewegen, sie wollen auch nicht angefasst oder umgelagert werden und wehren sich dagegen. Durch Herunterziehen des Augenunterlides und Öffnen der Schnauze ist zu erkennen, dass die Schleimhäute sehr rot sind. Bei Rachenerkrankungen erkennt man auch die hochrote Farbe und die Schwellung im Hintergrund des Rachens. 

Es hilft auch sehr gut bei plötzlich auftretenden Entzündungen der Gelenke, wenn alle Zeichen einer Entzündung aufgetreten sind: Rötung, Schwellung, Hitze und vor allem die Schmerzen evtl. verbunden mit Lahmheit und Fieber. Das Gelenk sollte so weit wie möglich ruhig gestellt werden.

Belladonna hilft oft, wenn die Ursache der Symptome eine Durchnässung oder Verkühlung ist. Die menschlichen Patienten phantasieren, sie können aggressiv sein und fühlen sich bei 39°C völlig erschlagen.

Man sollte Belladonna in Betracht ziehen, wenn neben den obengenannten Symptomen auch eine Verschlimmerung am Nachmittag und am Abend zu beobachten ist und ebenso eine Verschlechterung bei Lärm, Berührung und hellem Licht. Verbessert wird der Zustand durch Ruhe, Dunkelheit und Aufrechtsitzen.

Belladonna ist das Mittel der Wahl bei Sonnenstich und Scharlach – oder auch starkem Sonnenbrand. Hunde holen sich zwangsläufig durch den Schutz des Felles selten einen starken Sonnenbrand, aber manche Hunde verlieren im Alter das dünne, kurze Fell um die Nase oder sind vielleicht sehr kurz geschoren. 

Eine einfache vorbeugende Maßnahme ist das Eincremen dieser empfindlichen Schnauzenpartie mit Sonnenschutzcreme mit hohem Schutzfaktor.

Belladonna verschlimmert sich nachmittags und nachts, durch Berührung (bitte vermeiden Sie es, Ihre Hunde in diese Verfassung umzulagern!), durch Lärm und Erschütterung sowie durch die Einwirkung von hellem Licht. Eine Verbesserung des Zustandes ist durch Ruhe, Dunkelheit und Aufrechtsitzen zu beobachten.

Die schwarzen Beeren der Tollkirsche enthalten das Gift Hyosoyamin, das so toxisch wirkt, dass bei Kindern bereits drei bis fünf Beeren innerhalb von einem halben Tag zum Tode durch Atemlähmung führt. Beim Erwachsenen ist die Dosis tödlich ab 10 Beeren. 

Belladonna ist gut bekannt und ihr Extrakt in Augentropfen wurde in den fünfziger Jahren von Frauen angewendet, die mit schönen, große Pupillen und Augen glänzen wollten. Medizinisch wird es von den Augenärzten verwendet, wenn die Pupillen weitgestellt werden sollen um den Augenhintergrund gut beurteilen zu können (Atropin). 

Der Wirkstoff, der aus den Blättern extrahiert wird, wirkt krampflösend.