Die Dosis macht das Gift? Über Xylit und Co

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Diese Aussage von Paracelsus (1493-1541) möchte ich für die Homöopathie bestätigen. Viele Ausgangstoffe der homöopathischen Mittel sind vor der homöopathischen Weiterverarbeitung extrem giftig – z.B. ist die Ursubstanz des großen Frauenmittels Lachesis das Gift einer südamerikanischen Schlange (Buschmeisterschlange) und die Ursubstanz des sehr oft benutzen Fiebermittels Belladonna ist die hochgiftige Vogelbeere. Nach der homöopathischen Verarbeitung der Potenzierung ist die negative (giftige) Information des Mittels eliminiert und die positive Heilwirkung übriggeblieben.

Was aber ist mit anderen giftigen Substanzen und Paracelsus Aussage – die Dosis macht das Gift?
Ich lese immer wieder, dass Firmen, Substanzen in ihre Produkte einbeziehen, die von manchen Tierarten nicht vertragen werden, wie z.B. Kurkuma in Produkten für die Regeneration der Gelenke – was Katzen nicht verstoffwechseln können. In einigen dieser Nahrungsergänzungsmittel findet sich z.B. Ackerschachtelhalm – für den Menschen unbedenklich, nicht so für Pferde, Kühe, Schafe oder Ziegen. Bei Pferden kann die Vergiftung mit dem Weihnachtsbaumähnlichen Kraut die sogenannte Taumelkrankheit auslösen. So ist z.B. die Aloe vera tiergiftig bei Katzen. Leider ist diese Liste damit nicht zu Ende: Buchweizen, der bei Hunden als Pseudogetreide bzw. nicht stärkehaltiges Kohlenhydrat gerne gefüttert wird, ist ebenfalls giftig für Katzen.
Zumindest Weihrauch – ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel bei Gelenkproblemen, ist nicht giftig für Hund und Katz – macht aber häufig Magen-/Darmprobleme, weswegen ich es sehr gerne in homöopathischer Potenz bei derartigen Problemen gebe. Gleiches gilt z.B. auch für die Teufelskralle.

Obige Produkte finden sich in vielen Nahrungsergänzungsmitteln, die also nicht von allen Tierarten vertragen werden. Oft findet man den Hinweis auf zeitlich begrenzte Einnahme oder niedrige Dosierung…


Die Dosis macht das Gift? Kann man sich darauf verlassen?

Nicht immer:

Neueste Blüte (zumindest für mich) unter den Angeboten ist die Möglichkeit Globuli aus Xylit zu wählen, statt der herkömmlichen aus Milchzucker. Möchte man beispielsweise Globuli für die Gabe von Bachblüten verwenden, kann man als Trägerstoff zwischen Milchzucker und Xylit wählen.

Wissen die Hersteller, wie schnell Kügelchen beim Umfüllen oder der Einnahme auf den Boden fallen und möglicherweise von den vorhandenen Hunden aufgeleckt werden. Oder wie oft es passiert, dass mit Xylit gebackener Kuchen oder Plätzchen von Hunden geklaut wird? Wissen die Tierhalter, wie giftig Xylit für unsere Haustiere ist?
Ich bezweifle es.

Zunächst einige Informationen zu Xylit – deutscher Name Birkenzucker. Er wird seit einigen Jahren zunehmend häufiger als Austauschzucker in fertigen Produkten, wie Kaugummis oder Bonbons, industriell verwendet und ist in den Haushalten gerne gesehen, da er eine süßende, insulinneutrale Alternative zu Zucker ist und sich auch gut zum Backen gebrauchen lässt.

Für uns Menschen ist er völlig ungiftig. Bei Hunden kommt es allerdings nach etwa 10 bis 30 Minuten nach dem Verzehr zu einer starken übermäßigen Insulinausschüttung und damit zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels, welche im weiteren Verlauf zu Lebernekrose und Leberversagen führt. Ab 0,1 g pro Kilogramm Gewicht ist die Dosis toxisch (giftig), das Xylit (Xylitol) wirkt ab 3-4 g pro Kilogramm Gewicht tödlich. Also ist die tödliche Dosis für einen kleinen Hund bereits mit der Menge eines Esslöffels erreicht. Für Katzen ist Xylit nicht giftig – erstaunlicherweise. Sie vertragen sehr viele Stoffe, denen Hunde keine Probleme machen, überhaupt nicht – z.B. Teebaumöl.

Dann bleibt nur noch Magen auspumpen und beten…

 

Mein Fazit: Mehr Aufklärung von den Herstellern – wenn sie derartige Stoffe verwenden, müssen sie auch darüber informieren – und für den Hausgebrauch ist der komplette Verzicht auf Xylit und Co. im Haushalt am sichersten.

 

Fotoquelle: Paracelsus 1540, Kupferstich Augustin Hirschvogel, Quelle: Wikipedia, A.H. public domain

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