Die Dosis macht das Gift – Knoblauch

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Knoblauch und auch Zwiebeln haben sehr ernsthafte Nebenwirkungen für Hunde und Katzen, die bis zum Tod führen können. Dennoch hört man immer wieder, Knoblauch wirke sehr gut gegen Zecken und Würmer und sei in geringer Dosierung unbedenklich… Eine kurze Google-Suche fördert dann auch diverse Mittel namhafter Firmen zu Tage, die Knoblauch enthalten – gegen Zecken und Würmer

Grund genug für mich, das mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Kann Knoblauch sinnvoll sein in niedriger Dosierung?

Vorab: seine Wirkung gegen Zecken und Würmer ist wissenschaftlich nach wie vor nicht bewiesen, aber gerade ich als Tierheilpraktikerin mit Spezialgebiet Klassische Homöopathie verwende so einiges, was wissenschaftlich ungeklärt ist…

Schauen wir uns das ganze zunächst naturwissenschaftlich an:

Die toxische Dosis eines gesunden Hundes liegt bei frischem Knoblauch bei 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Knoblauch-Extrakt liegt diese Dosis bei 1.25 ml / Kilogramm Körpergewicht.

Knoblauch enthält Schwefelverbindungen (Allicin), diese greifen die roten Blutkörperchen an, indem sie eine Anämie hervorrufen. Die Anämie (Blutarmut) gefährdet die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und kann tödlich enden. Eine weitere Gefahr ist erhöhter Blutdruck (Hypertonie), welcher die Organe im Falle einer Vergiftung zusätzlich enorm belastet (der Vollständigkeit halber – Zwiebeln enthalten N-Propyldisulfid und Allylpropylsulfid – diese Wirkstoffe verursachen nicht nur eine Anämie, sondern zerstören auch die roten Blutkörperchen, wirken also noch toxischer).

Kochen zerstört diese Wirkung leider nicht – bei Kartoffeln ist das anders, das giftige, aber wasserlösliche Solanin wird durch Kochen unschädlich respektive wird mit dem Kochwasser ausgeschüttet. Auch getrocknet oder pulverisiert verliert Knoblauch nichts von seiner Schädlichkeit. Also besser keine Essensreste vom Tisch!

Für einen Hund, der 10 kg wiegt, kann also bereits mit 1 Knolle die toxische Dosis erreicht sein.

Nun zu den Symptomen einer Knoblauch- oder Zwiebelvergiftung:

– Erbrechen (direkt nach der Aufnahme)

– Durchfall (direkt nach der Aufnahme)  Fieber

– dunkler Urin

– Zittern / Magenkrämpfe möglich

– Krämpfe – schwacher Puls

– Tachykardie (schneller Puls)

– blasse oder gelbliche Schleimhäute

– erhöhte Atemfrequenz

Das Tier ist geschwächt, diese meisten Symptome zeigen sich erst nach 2-4 Tagen, was die Diagnose erschwert.

Beruhigend: es gibt keine Anzeichen, dass sich die gefressenen Mengen im Körper anreichern und auf längere Sicht zu toxischen Reaktionen (Langzeittoxizität) führen, wie z.B. bei Jakobskreuzkraut, dessen Inhaltsstoff Pyrrolizidin-Alkaloid zu chronischen Lebervergiftungen bei Menschen und Tieren (Pferde / Kühe) führt.

In kleineren Mengen ist Knoblauch also unbedenklich (zweimal die Woche eine Zehe) – es gibt aber Ausnahmen: die Rassen Akita und Shiba Inu leiden unter einer angeborene Abnormalität der roten Blutkörperchen, entsprechend gelten sie als ganz besonders anfällig. –

Wer auf Nummer sicher gehen möchte – vgl. meinen Post zu Xylit – lässt Knoblauch (und auch Zwiebeln) aus dem Napf raus.

Da die Wirkung von Knoblauch gegen Ektoparasiten und Würmer nicht nachgewiesen ist, stellt sich nun wirklich die Frage nach dem Risiko?

Paracelsus hatte in diesem Fall also recht: die Dosis macht das Gift!

Aber sollte man den Tieren wirklich etwas verabreiche, was ihnen schaden könnte? Geht es vielleicht nicht auch anders, ohne Risiko?

Über chemiefreie (ungefährliche) Zecken- und Würmer-Prophylaxe informiere ich gerne – sprechen Sie mich an!