Eierschalenmehl und Algenkalk – nicht geeignet zur Fütterung, besonders nicht für Hunde im Wachstum!!!

Bei der Vorbereitung für einen Vortrag über Ernährung vor einem Zuchtverband vor einigen Wochen bin ich auf eine Webseite gestoßen, auf der von der Fütterung von Eierschalenmehl und Algenkalk abgeraten wurde… Warum? – Ich habe mich schlau gemacht:

Beides ist Calciumcarbonat, was auch in manchen Antacida der entsprechende Wirkstoff ist; andere arbeiten auf Basis von Aluminiumsalzen, was auch in der Kritik steht und in Verbindung mit der Entstehung von Alzheimer gebracht wird.

Calciumcarbonat führt zunächst zu einer Minderung des Säuregehaltes des Magens. Es entsteht Calciumhydrogencarbonat – dieses Molekül ist zu groß – der Körper kann es nicht weiterverarbeiten, außerdem ist es sehr stabil und kann nicht mehr kleiner gemacht werden.

Ergo, der Körper scheidet es aus! Dies führt aber langfristig zu einer Entmineralisierung der Knochen, da der Körper bestrebt ist, diesen Calciummangel auszugleichen und sich das nötige Calcium dafür aus den Knochen holt – für uns Säugetiere bedeutet das brüchigere Knochen.

Eierschalenmehl und Algenkalk - nicht geeignet zur Fütterung, besonders nicht für Hunde im Wachstum!!!

Foto von H. Zell – Wikimedia commons

In welchem Fall sollte dies ein Hundehalter wissen und berücksichtigen?

Roh gefütterte Hunde bekommen Knochen oder Knochenmehl – das gibt es im einschlägigen Handel i.d.R. als Rinder- oder Geflügelknochenmehl, beides steht auf der Allergieliste allerdings ganz weit oben. Und Pferdeknochenmehl oder Lammknochenmehl sind nur bei einem darauf spezialisierten Schlachter zu bekommen. Calcium ist aber neben Phosphor im Muskelfleisch das wichtigste Nahrungsmittel für Hunde, egal ob rohgefüttert oder nicht. Was mache ich also mit Hunden, die oben genannte Mehle nicht haben dürfen – ich substituiere das Calcium über Calciumcitrat – verwertbar und ohne die oben beschriebenen Nebenwirkungen, aber teurer als Caliumcarbonat!

Nun ist mir aufgefallen, dass sehr viele Futtermittelhersteller, bzw. die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln oder Barfzussätzen etc. Algenkalk oder Eierschalenmehl verwenden, was oben beschriebene Wirkung hat…

Ich unterhielt mich mit einem promovierten Chemiker, ob das oben beschriebene Szenario überhaupt richtig ist – leider ja. Als nächstes rief ich eine bekannte Firma an, die Nahrungsergänzungsmittel z.B. als Barfzusätze herstellt, warum sie Calciumcarbonat verwenden. Dort sprach ich mit einer Tierärztin.

Fazit: Sie nehmen genau aus diesem Grund in naher Zukunft Algenkalk und Eierschalenmehl aus ihren Produkten heraus.

Und: Dies ist besonders wichtig für Züchter und alle, die einen jungen Hund haben: Für Knochen im Wachstum ist definitiv vom Calicumcarbonat abzuraten!

3 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Christine Wagner am 20. Januar 2023 um 11:38

    Sehr geehrte Frau Germershausen,
    ich habe mit Interesse Ihren Artikel zur Calciumgabe beim Barfen gelesen und mich gefreut, dass ich mit der Verwendung von Caciumcitrat soweit alles richtig gemacht habe.
    Nun hat sich jedoch inzwischen ergeben, dass die Tierfutterhersteller/-Händler es nicht mehr verkaufen. Wobei ich bisher nicht herausgefunden habe, warum eigentlich.
    Könnten Sie mich aufklären und mir einen Tipp geben, wie Sie das Problem lösen und wo ich weiterhin Calciumcitrat bekommen könnte?
    Für Ihre Hilfe wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
    Christine Wagner

    • Veröffentlicht von Anja S. am 25. Januar 2023 um 21:18

      Hallo Frau Wagner,
      ich musste auch feststellen, dass man nirgends mehr Calciumcitrat erhalte. Ich habe daraufhin meinen Lieferanten angeschrieben und diese Antwort erhalten:

      Das Calciumcitrat wird zur Zeit nicht im Shop angeboten, da derzeit eine rechtliche Überprüfung dieses Produktes läuft (nicht nur für unser Produkt sondern allgemein). Es wird geklärt, ob Calciumcitrat nach EU-Recht als Einzelfuttermittel verkauft werden darf. Sobald eine Entscheidung vorliegt, werden wir reagieren. Möglicherweise kann das Calciumcitrat dann wieder angeboten werden.

      hilft uns im Moment nicht weiter, aber es ist zumindest eine Erklärung

      • Veröffentlicht von Germershausen am 25. Januar 2023 um 21:35

        Hallo – unter Wissenswertes finden Sie einen aktualisierten Beitrag zu dem Thema – ich habe recherchiert, warum Calciumcitrat nicht mehr verkauft wird und über Alternativen berichtet.

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