Schmerz – wie erkenne ich ihn?

Pain_10_png_rendered

Unsere Haustiere sind Weltmeister im Verstecken von Schmerzen – und das hat auch einen Grund: im (Wolfs)Rudel wurden schwache, kranke und alte Tiere ausgestoßen, also haben sie gelernt, Schmerzen etc. soweit wie möglich nicht zu zeigen!

Aber natürlich gibt es genügend Zeichen, die dem Besitzer schnell anzeigen, dass etwas nicht stimmt:

  • Verhalten: entweder das Tier wird anhänglicher als normalerweise oder es zieht sich zurück, sowohl beim Halter als auch in der Interaktion mit Artgenossen.
  • Freundliche Hunde können plötzlich grundlos schnappen (zum Beispiel bei Berührungen) oder sich sonst aggressiv verhalten.
  • Hecheln, Zittern, Unruhe oder das Lecken der Lefzen.
  • Futterverweigerung
  • Veränderte Körperhaltung – ein krummer Rücken, gesenkte Rute (zum Beispiel beim Mops) oder Kopf, Hinsetzen bei längeren Pausen, egal wie kalt der Boden ist.
  • Körperteile werden geleckt, ganz besonders die Pfoten.
  • Und: der Spaß an Spaziergängen ist dahin…

Für Schmerzen gibt es viele Ursachen, vielleicht ist eine Verletzung die Ursache oder Magen- bzw. Ohrenschmerzen, auch die Zähne können dafür verantwortlich sein.

Allerdings ist leider sehr oft Arthrose die Ursache – sie ist eine der häufigsten Gründe für Schmerzen, ca. 40% aller Haustiere müssen sich damit auseinandersetzen.

Es ist wirklich zu traurig zu sehen, wenn eine Katze, die früher mühelos auf brusthohe Schränke springen konnte, nicht mehr hochkommt und wieder auf dem Boden landet – in dieser Situation leidet auch oft die Fellpflege, sie kommen einfach nicht mehr dran oder das Verrenken ist zu schmerzhaft.

Dazu fällt ein steifer Gang auf, auch Hunde können nicht mehr problemlos ins Auto oder auf die Couch springen, dies ist häufig der Zeitpunkt, an dem Rampen angeschafft werden. Insbesondere das Treppen laufen, hoch und runter, wird gemieden. Sonst hat er Sie bei ihren Gängen durch das Haus immer begleitet, nun bleibt er unten?

Hunde bleiben beim Spaziergang zurück und machen keinen fröhlichen Eindruck mehr. Nach dem Toben mit Freunden humpeln sie möglicherweise und auch das Aufstehen und Hinsetzen fällt schwer und geschieht langsam und vorsichtig.

Arthrose ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, die sichtbar wird, wenn der Gelenkknorpel zunehmend abnimmt.

Es ist bis heute immer noch nicht sicher, woher sie genau kommt. Viele große Rassen leiden darunter, aber es gibt sie auch bei den Kleinen – also groß und schwer ist nicht die Ursache dafür.

Vermutet wird folgendes:

Wird ein Wirbeltier geboren (also Mensch, Hund oder Katze…) sind seine Knochen noch nicht knöchern, sie bestehen aus weicherem, biegsameren Knorpel. Nach der Geburt startet eine Art Selbstmordprogramm des Knorpels – die Knochen verknöchern und erreichen ihre enorme Stabilität und Tragkraft. Bei der Arthrose – dem scheint man inzwischen auf der Spur zu sein – wird dieses Selbstmordprogramm des Knorpels erneut gestartet, mit dem Resultat, dass Knorpel abgebaut wird und verknöchert – und Schwupps ist es Arthrose… und zur Zeit weiß man noch nicht warum, das so passiert.

Es gibt viele Möglichkeiten mit Arthrose umzugehen, dazu gibt es auch bereits einige Artikel von mir, die ich hier verlinke – der erste ist der Start einer Blog-Serie aus dem Jahr 2018, der zweite stammt aus dem Januar diesen Jahres.

Arthrose

Graue Schnauzen – Es ist nur ein bisschen anders!

Bildquelle:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pain_10_png_rendered.png
Wolfgang Fahl, keine Veränderung

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar