Skip to content

Warum Homöopathie für Tiere gar nicht so einfach ist…

Zur Differenzierung des passenden Mittels ist der Homöopath auf die genaue Identifikation der Symptome der Erkrankung angewiesen, sie sind für die Mittelentscheidung imminent wichtig. Tiere können aber leider nicht unmittelbar mit uns sprechen und uns über ihre Schmerzen oder Symptome informieren. Sie können uns nicht sagen, ob ihre Schmerzen brennend oder stechend sind oder ob die Unruhe zum Symptombild gehört bzw. zur Persönlichkeit des Tieres…

Ergo kommt es in der Homöopathie für Tiere generell sehr auf die Beobachtungsgabe des Halters an und natürlich auf die des Homöopathen während der Anamnese.

Aus diesem Grund habe ich das folgende Buch geschrieben (erschienen bei Amazon als Ebook):

Es ist sehr plakativ geschrieben, denn ich bediene mich immer wieder Beispielen aus der Menschenwelt, die bei der Differenzierung der einzelnen Mittel behilflich sind. Hier ist also auch immer wieder die Rede von den Krankheitssymptomen der Menschen. Der Vergleich zwischen Mensch und Tier ist bei der Differenzierung im „tierischen Krankheitsfall“ sehr hilfreich – er erhält die Funktion eines Wörterbuches, eines Thesaurus.

Außerdem ist es auf den Akutfall beschränkt – so gibt es Hinweise zur Behandlung von akuten Durchfall- und Erbrechenskrankheiten, nicht aber zu den chronischen Varianten wie z.B. der Colitis ulcerosa (Entzündung der Darmschleimhaut im Dickdarm) – diese systemischen Erkrankungen können nicht mit einem Notfallmittel erschöpfend behandelt werden. Dafür ist eine gründliche Anamnese erforderlich, in der ganz besonders die Vor- und Entstehungsgeschichte der Krankheit abgeklärt werden muss. 

Im Folgenden ein Auszug aus dem Buch:

Arsenicum album– Weisser Arsenik

Quelle: RKBot, Wikimedia commons

Arsenicum album hat mehrere große akute Wirkbereiche. Es ist eines der Hauptmittel bei Magen-/Darminfektionen, aber auch bei Lungenproblemen, die mit akuter Verengung der Atemwege, z.B. bei Asthmaanfällen einhergehen oder auch bei sehr schweren, schwarzen Verbrennungen.

Die Leitsymptome von Arsenicum sind große Furcht, Unruhe, Panik, Erschöpfung und Schwäche, alles vor allem nachts – d.h. der Hund läuft sehr unruhig umher und wechselt sehr oft den Platz. Es geht einher mit schneller Abmagerung, er hat brennenden Durst und trinkt häufig, jedoch nur in kleinen Mengen.

Es ist angezeigt bei Lebensmittelvergiftungen, die sich mit stinkendem Durchfall äußern, mit übelriechendem Erbrechen und Bauchkrämpfen, die häufig entlang des Colons, also im Dickdarm verlaufen. Der Patient fühlt sich extrem kalt und hält sich bevorzugt in der Nähe von Wärmequellen auf (der Hund bleibt bei der Heizung). So kann es auch sein, dass er plötzlich unter der Decke liegen möchte, hinzu kommen nächtliche Atemnot und nächtliche Wadenkrämpfe. 

Es gibt immer mehr Hunde, denen das Trinken aus Pfützen gar nicht gut bekommt, weil das Magen-Darm-System sehr empfindlich geworden ist oder wenn sie verdorbenes Fleisch oder Fisch gefressen haben – immer dann ist Arsenicum angezeigt. Oftmals ist der Hundepatient bei Durchfällen auffällig, weil es in seinem Bauch laut gluckert, er ist aber nicht aufgebläht und es gehen keine Blähungen ab. Die Differenzialdiagnose ist Carbo vegetabilis, denn das Gluckern kann hier auch zu hören sein, der Patient leidet aber, wenn er Carbo benötigt, sichtlich unter den festsitzenden Blähungen.

Das Asthma von Arsenicum album wird nach Mitternacht schlimmer, wenn der Patient allein ist und auch durch den Genuss von kalten Getränken. Die Atemnot geht einher mit einem Gefühl der Zusammenschnürung der Brust.

Eine Verbesserung tritt durch warme Getränke ein, außerdem durch Hochlagerung des Kopfes und generell durch Anwendung von Wärme – außer am Kopf.

Eine Anmerkung am Rande: Eine meiner Hundepatientinnen, eine 10jährige schwarze Labradorhündin, bekam nach Durchfällen die Diagnose: Giardien. Das sind Parasiten, die nur sehr schwer wieder loszuwerden sind und für schwerstes Erbrechen und Durchfälle sorgen, die meistens blutig und schleimig sind. 

Diese Hündin reagiert extrem empfindlich auf klassische Medikamente, auch auf das in diesen Fällen hochdosiert und langanzuwendende Wurmmittel Panacur.

Nach einer Gabe Arsenicum C1000 war die Hündin symptomfrei und die Halterin hat sich darangemacht, die Giardien mit alternativen Mittel zu eliminieren, damit kein anderer Hund angesteckt wird. Es gibt in dieser Familie noch einen zweiten Hund. Nach einer absolut kohlenhydratfreien Diät (Giardien ernähren sich von Kohlenhydraten) waren die Parasiten im Kot nicht mehr nachweisbar. 

Kontakt
0173/4147141
k.germershausen@gmail.com